Bei vielen Synthesizern bilden Samples die Grundlage für die Sounds. Da Samples aber dazu neigen, in höheren Lagen eher kürzer und in nidrigen Lagen dafür länger zu werden, finden Multisamples verwendung. Es werden also mehrere Samples über die Tastatur verteilt, womit erreicht wird, dass z.B. ein auf C5 angeschlagener Chorsound nicht so klingt wie Micky Maus auf LSD ...
Jetzt gibt es aber Leute, die haben eine starke Abneigung gegen natürlich klingende Sounds und können Samples von Naturinstrumenten nur ein müdes Lächeln (und manchmal nichteinmal das) abgewinnen. Man glaubt aber oft garnicht, was man aus Trompete & Co so alles machen kann, wenn man nur ordentlich die Filter zum Einsatz bringt. Da Filter nun aber bekanntlich auf die Obertöne wirken, wäre es ja eventuell kein Fehler, davon etwas mehr zu haben. Und nun kommen wir zum eigentlichen Sinn dieses Geschwafels :-)
Die tieferen Lagen der Multisamples besitzen natürlich auch mehr Obertöne. Wenn man nun eine Pitchhüllenkurve definiert, die den Sound um 2 Oktaven (oder mehr, je nach Gerät verschieden) nach unten verschiebt, so wird der Sound erst mal tiefer. Da das jedoch am eigentlichen Sinn einer Pitchhüllenkurve vorbeigeht, wandert das Multisample NICHT mit. Kann es auch garnicht, denn würde man (wie eigentlich üblich) eine Kurve programmieren, so hätte man grausame Sprünge im Sound. Mittels NoteShift (auch das bietet fast jeder Synth) verschiebt man den Sound jetzt wieder um genausoviele Oktaven nach oben, wie man ihn per Pitch nach unten verschoben hat. Und diesmal wandert das Multisample doch mit. Nun haben wir denselben Klang wie vorher, aber wenn man genau hinhört, dann klingt er doch irgendwie anders und mit Filtern kann man nun auch viel interessantere Effekte erzielen ...