Neue Drumsounds für Roland D-10 / D-20 / D-110

Das Drumkit der schon recht betagten "kleinen" D-Serie von Roland klingt schon lange etwas angestaubt, und die Synthesesektion belastet man auch lieber mit spielbaren Sounds als mit neuer Percussion. Trotzdem kann man D-10 und Konsorten ein wenig auf die Sprünge helfen, denn das Drumkit unterliegt genauso der Kontrolle des Pitch Benders wie die restlichen Sounds. Zur Probe stellen Sie im aktuellen Timbre bzw. der aktuellen Performance die Bender-Range auf 12 Halbtöne ein, wechseln Sie in den Manual Drum Mode, und spielen Sie ein paar Drumsounds an, während Sie den Pitch-Hebel bewegen. Heraus kommen wilde Scratch-Effekte, die gerade bei Beckensounds besonders wirkungsvoll sind.

Man kann diesen Nebeneffekt jedoch auch kreativ nutzen:

  • Spielen Sie eine Drumspur aus dem Sequenzer einmal mit dem Pitch-Bender am Anschlag ab. Die Drumsounds klingen so wesentlich elektronischer und künstlicher. Interessanter Weise klingt gerade die Bassdrum deutlich knackiger und "tighter" als bei Verwendung der eher schlabberigen Original-Samples. Auch die HiHats gewinnen dadurch - sie wirken schärfer und höhenbetonter. Wenn Sie diesen Klangcharakter auf eine komplette Spur anwenden wollen, können Sie vor Beginn des ersten Noten-Events eine MIDI-Controller-Änderung einfügen, die den Pitch-Controller auf Maximum bringt und dort hält.
  • Setzen Sie schnelle Pitch-Bend-Bewegungen gezielt für Scratching-artige Effekte ein.
  • Lineare Pitch-Veränderungen von unten nach oben oder umgekehrt eignen sich besonders für Intros, Breaks und den kleinen Effekt zwischendurch. Sie lassen sich in den gängigen Sequenzerprogrammen einfach mit der Maus zeichnen. Das sollten Sie auch tun, denn nur so können Sie timinggenau am Bildschirm bestimmen, wo der Effekt beginnt, und wo er wieder aufhört. Eine Realtime-Aufnahme der Bewegungen ist da oft zu ungenau.
  • Experimentieren Sie auch mit noch krasseren Bender-Range-Einstellungen oder auch mit ganz subtilen Veränderungen im Bereich von 2 bis 5 Halbtönen. Ersteres klingt brachialer, Letzteres wirkt eher als Sahnehäubchen auf der Drumspur.

Bei sämtlichen Sequenzeranwendungen müssen Sie jedoch darauf achten, dass Sie die Pitch-Bewegungen auf einer Spur mit dem gleichen MIDI-Kanal wie die Drumspur aufzeichnen. Sehen Sie bitte auch davon ab, die Controller-Daten mit auf die Drumspur zu nehmen. Sie sind dort wesentlich unübersichtlicher nachzubearbeiten als auf einer eigenen Spur.

Als Demonstration gibt es hier ein kleines MIDI-File mit einer Drumspur und einigen Pitch-Effekten. Stellen Sie für Ihre Drums am D-10 bitte den Kanal 10 ein bzw. ändern Sie den Kanal im MIDI-File entsprechend ihren Einstellungen ab. Die Bender-Range sollten Sie auf 12 Halbtöne setzen. Viel Spaß.