Rezension

endless loop

Red Sparrow

2002 CD 14 Tracks 50:45
★★★★½ 8.7/10 (3 Stimmen)
Diese Rezension wurde von Thomas Polaschek verfasst am 16. Juli 2002 und stammt aus dem MEMI-Archiv (1994–2005).
Wem der Name "Matthias Spittler" ebensoviel bzw. wenig sagt wie "red sparrow", dem geht es wohl ähnlich wie mir selbst. Doch das ist nicht weiter verwunderlich, handelt es sich doch bei dem hier vorliegenden Werk um den Erstling des Künstlers. Und eines möchte ich gleich vorweg bemerken, nämlich, dass nur zu hoffen bleibt, dass weitere Werke folgen werden. Doch beginnen wir am Anfang.

Man sollte sich hier nicht wundern, wenn der CD-Player auf einmal Geräusche produziert, die man von diesem ansonsten nur zu hören bekommt, kurz bevor er in die ewigen Jagdgründe eingeht. Es klickt und grummelt wie bei unfreiwilligen Spurwechseln aufgrund mittelschwerer Erdbeben, doch langsam aber sicher formen sich die Laute zu Rhythmik und Musik. Man hört Klänge, die man entweder noch nie oder zumindest noch nicht in dieser Kombination gehört hat. Klischeehafte elektronische Sequenzen braucht man jedoch nicht zu erwarten, wenngleich so einiges, wage Bekanntes - einer Karrikatur der "alten Meister" gleich - angerissen und daraufhin gleich wieder verworfen wird.
Einflüsse von Depech Mode oder den gelben Schweizern mag man vermuten, doch möchte ich hier nichts in den Raum stellen, was ich danach sogleich wieder bereuen würde.

"endless loop" mit "Klangcollage" zu umschreiben würde der Musik nicht gerecht, denn was hier vollbracht wurde ist eine unvergleichliche Gratwanderung zwischen geräuschhafter und melodiöser Musik. Die 14, großteils recht kurzen Tacks (0:16 bis 5:20) warten immer wieder mit einer neun Überraschung auf und so ist es beinahe unmöglich, nicht richtig hinzuhören oder gar, sich auf eine Unterhaltung zu konzentrieren. Wer richtiges Zuhören also bereits verlernt hat bekommt nun eine gute Gelegenheit, es wieder zu lernen.

Bezug (historisch): www.wohnton.de, www.amazon.de