Rezension
Rhythm & Sound
Dub, das ist so etwas wie die elektronische Variante des Reggae. Da gibt es Musiker, die nähern sich diesem Genre vom Reggae her: Das klingt dann meist noch sehr nach Sommer-Sonne-Jamaica. Andere kommen aus der Elektronik-Ecke: Diese Titel klingen dann mitunter recht kühl und haben mit den Produktionen der Jamaica-Fraktion wenig gemein. Das gilt auch für Rhythm & Sound.
Die Verpackung deutet schon an, wo's lang geht: Die CD kommt in einer schwarzen Pappschachtel daher. Darauf einige hellere Flecken - wie Wolken, die sich auf einer Wasseroberfläche spiegeln - und in dünnen Linien gemalte konzentrische Kreise - vielleicht die Wellen eines ins Wasser geworfenen Steins. Neben der Titelliste und den allernotwendigsten Angaben (Labelcode etc) gibt es keinerlei weitere Informationen.
Kaum weniger abstrakt und minimalistisch die Musik: Gemeinsam ist allen Titeln, daß sie mit einem Rauschen unterlegt sind - keinesfalls Meeresrauschen, sondern mehr das UKW-Radio, auf dem kein Sender eingestellt ist. Dieses Rauschen ist sozusagen der Seziertisch, auf dem die Mark Ernestus und Moritz von Oswald dann den Dub mit seinen Rhythmen und typischen Klangelementen in seine Bestandteile zerlegen und aus den Einzelteilen wieder so etwas wie Musikstücke zusammenbauen. Mitunter ist das kaum mehr als ein dünner Rhythmus oder einige mit Delays versehene dunkle Sounds, die da auf dem Rauschen präsentiert werden. Melodische Strukturen gibt es wenn überhaupt nur ansatzweise. Der pure Luxus ist Track 5, Smile, wo man Savage für (gesprochene) Vocals mit ins Studio geholt hat.
Das alles klingt zunächst einmal alles recht interessant und hat seinen Reiz, ist es doch ein Ansatz den ich sonst so (extrem) noch nirgendwo gehört habe. Allerdings ist das keine CD, die man im Hintergrund abspielen kann. Das Zuhören ist anstrengend und die Musik auf Dauer von 80 Minuten doch recht monoton. Wer neugierig geworden ist, sollte sich bei Amazon vielleicht mal die Soundclips zu dieser CD anhören.