Rezension
Sessions 2000
Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Fans des klassischen Jean Michel Jarre werden enttäuscht sein - mit Oxygene & Co hat diese Musik gar nichts zu tun. Wer sich für "Metamorphes" begeistern konnte, wird die Scheibe auch nicht zwangsweise mögen - denn auch damit haben die Titel auf "Sessions 2000" nichts zu tun. Als "Electro/Jazz-Style" wird die Musik verkauft - das klingt moderner als es wirklich ist. Sieht man einmal von dem völlig verunglückten Auftakttitel "January 24" ab, der in seiner Konzeptlosigkeit mehr wie der Soundcheck vor einem Konzert klingt, sind die Titel zwar alle irgendwo ganz nett, bleiben aber in jeder Hinsicht deutlich unter dem von Jarre gewohnten Niveau.
"March 23" z. B. ist eine gemütliche Improvisation mit Trompete, Geige und schließlich Gitarre im Western-Stil auf einem dumpfen, schon etwas jarresquen Hintergrund. "September 14" klingt nach Jazz-Kapelle - von Klangbild und Stimmung erinnert der Titel an die Musik, die Angelo Badalementi for 10 Jahren für die Fernsehserie "Twin Peaks" geschrieben hat. Bei "December 17" schließlich kommen Ambient-Fans auf ihre Kosten: Ein sehr ruhiger Titel mit wenigen, aber wirkungsvollen Effekten - vielleicht der beste Titel auf der CD.
Für meinen Geschmack ist diese Scheibe verglichen mit "Metamorphoses" ein klarer Rückschritt.