Rezension

Mythology

Robert de Fresnes

2000 CD 9 Tracks 65:00
★★★★½ 8.7/10 (3 Stimmen)
Diese Rezension wurde von Will Lücken verfasst am 18. Juli 2000 und stammt aus dem MEMI-Archiv (1994–2005).
Der britische Keyboarder Robert de Fresnes ist mal wieder so ein typischer Fall von "zwischen den Stühlen versunken". Sein persönlicher EM-Stil ist den Elektronikern zu Popmusik-orientiert und den Rock/Pop-Fans zu elektronisch. Folglich greifen nur experimentierfreudige Musikfreaks zu seinen CDs. Obwohl beim gleichen Label (AD-Records), wo auch Robert Fox, Code Indigo, David Wright und andere britische Elektroniker zuhause sind, hat sich Mr. de Fresnes für eine amerikanische David-Arkenstone-lastige Variante der EM entschieden.

Bereits 1998 erschien sein Debutalbum "Atlantis". Warme, abwechslungsreiche mit einem Touch Melancholie empfehlenswerte New-Age-Music in perfekter Dolby-Surround-Aufnahmequalität. Im Sommer 2000 wurde das zweite Konzeptalbum "Mythology" mit Hilfe seiner Freunde Nik Smith (Gitarre), Catherine Foster (Sopran-Gesang), Chris Theobald (BBC-Sprecher/Erzähler) fertiggestellt. Die Musik ist vergleichbar mit Enigma, Clannad, Runrig oder Oliver Shanti, sie ist aufgeteilt in drei Suiten, die jeweils in drei Tracks unterteilt sind.

  1. "The Nordic Suite" vertont den Mythos der Wikinger, mit "Runecasting" ein opulenter Auftakt, inklusive Erzählerstimme, klassischem Gesang und rasantem Rhythmus.
  2. "The Suite of the Ancients" beschäftigt sich mit der Druidenkultur um das sagenumwobene Stonehenge.
  3. "The Suite of the Americas" ... wie der Titel schon andeutet: Indian-Native-Music im Stil von Oliver Shanti oder Sacred Spirits.
Bedauerlicherweise hat Robert de Fresnes bei seinem neuen Silberling keinen Wert auf Klangakrobatik in Dolby-Surround gelegt, sondern präsentiert "nur" ein ordentliches Stereovergnügen. Nun ja, das ist noch zu entschuldigen, aber das jeder Song (ausgenommen Track 1) hochinteressant und spannend beginnt, dann aber nach ein paar Minuten in weichspülerdurchtränkte Monotonie verpufft, ist nach dem fabelhaften Debutalbum nicht zu verzeihen. Schade. Dennoch ist "Mythology" ein unterhaltsames popmusik-orientiertes Hörvergnügen und für Liebhaber schöner Melodien unverzichtbar.