Rezension
Inversion
Der Übergang zu "A new Point of View" ist kaum wahrnehmbar, so wunderbar miteinander verflochten. Es kristallisiert sich ein spaciges, mächtiges, zauberhaftes Stück, vergleichbar mit Jonn Serrie in seiner besten Space-Music-Art. Auch "The Inversion of Mind" beginnt irgendwo im vorherigen Track, schließt dieses Trio mit hypnotischem, berauschendem Rhythmus ab. Elektronische Musik vom Feinsten!
Wer jedoch die Befürchtung hat, nach drei Tracks sei die Luft schon raus, wird eines Besseren belehrt. Auch die nachfolgenden aussergewöhnlichen Songs sind voller atmosphärischer Tiefe. Space-Music im üblichen Sinne, die den Hörer in die Unendlichkeit des Weltraums katapultiert, ist eigentlich nicht das Ding von Hemisphere. Schon die Titel der aktuellen CD wie z.B. "It's a Way Shamans Go", "Singing the Crazy" oder "Black and White belongs together" deuten auf irdische, menschliche Thematik hin. Ja, das ideale Auditorium wäre eine Kirche, gut geeignet für die Umsetzung der andächtigen, melancholischen, dunklen, experimentellen, animierenden und absolut wunderschönen Hemisphere-Musik. Aufnahmetechnisch hervorragend. Ein Muss für Liebhaber der ruhigen, edlen Klänge und für mich der Höhepunkt elektronischer Musik im ersten Halbjahr 2000!