Rezension
Mystic Voyages
Zuerst, an der Produktion gibt es nichts auszusetzen: kristallklarer Breitwand-Digitalsound, der es mit der Creme der New Age Musiker aufnehmen kann. Ein abwechslungsreicher und mit immer wieder neuen Instrumenten bestückter Groove zieht sich durch die ganze CD. Auch beim schön gestalteten Cover (Monolake?) kann man erkennen, daß Herr Scholl bei einem professionellen Label unter Vertrag steht. Die Kompositionen und die verwendeten Klänge hinterließen dagegen bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Positiv und abwechslungsreich sind sicherlich die Intros, welche meistens aus Klangcollagen bestehen: Stadtgeräusche, Vocalsamples und exotische Instrumente (Didgeridoo) lassen das Ohr aufhören und machen Lust auf mehr. Doch nach den Intros zeigten sich auch klar die Schwächen dieser Platte - die Melodien sind doch arg süß und simpel gestrickt. Das ist aber aus meiner Sicht nicht das schlimmste, denn Herr Scholl baut doch zu sehr auf Klischees und so hören wir in fast jedem Stück, spätestens bei der Melodie, ein Enigma-Shakuhachi und die Cusco-Panflöte. Das soll wohl die Nerven beruhigen und das Bild des Condors über den Anden heraufbeschwören. Dies ist mal ganz nett, kann auf die Dauer aber doch auch nerven.
Fazit: Wer auf Cusco und ruhige Musik steht, kann getrost zugreifen, Soundfreaks werden außer in den Intros wenig neues und interessantes entdecken.