Rezension
The Energy of Sound
Der zweite, etwas genauere Blick auf diese Veröffentlichung machte mich dann jedoch etwas stutzig. Song-Titel wie "Lucifer", "Axel F." oder "Crockett's Theme" kommen einem doch seeehr bekannt vor. Wieder mal eine Compilation? Wie langweilig ...
Aber Moment, was ist das??
- "Produced, performed and engineerged by Michael Cretu and Jens Gad."
Zugegeben, auch ich war zunächst äußerst skeptisch. Die Klassiker von Harold Faltermeyer, Alan Parsons und anderen Größen zu covern ist schon eine heikle Sache. Aber wenn das irgend jemandem gelingt, dann offensichtlich Michael Cretu. Dabei ist das Rezept, das Cretu hier verwendet, definitiv kein einfaches "Nachkochen" oder (noch schlimmer) "Aufwärmen" der schonmal dagewesenen Gerichte. Vielmehr versucht er, den Songs ein völlig neues, zeitgemäßes Image zu verleihen. Und das gelingt größtenteils auch sehr gut. Zutaten für diese Nouvelle Cuisine sind hierbei moderne Beats und Drumloops, jede Menge einfallsreiche bis abgefahrene Sounds und natürlich eine perfekte Produktion (Cretu eben).
Während die langsameren Titel teilweise doch einen starken Enigma-Touch haben (und daher nicht so viel Neues bieten), überzeugen vor allem die teilweise fast aggressiv angelegten up-tempo Nummern. Dabei geht die Tatsache etwas unter, daß "The Energy Of Sound" nicht nur aus Cover-Versionen besteht. Drei der insgesamt 10 Titel sind Eigenkompositionen von Jens Gad bzw. Jens Gad und Michael Cretu. Die sind auch allesamt ganz nett, hätten aber ebenso gut auf der nächsten Enigma-CD ihren Platz gefunden.
Richtig gut sind die gecoverten Titel, wobei hier vor allem "Lucifer" und "Chase" meine Favoriten sind. Aber das ist natürlich Geschmacksache. Wie diese gesamte CD sicherlich auch. Also: Reinhören und selbst urteilen!
Anspieltips: Track 1 ("Lucifer"), Track 7 ("Chase")