Rezension
Spacetime Adventures
Diese Rezension wurde von Rainer Buchty verfasst
am 5. Oktober 2000
und stammt aus dem MEMI-Archiv (1994–2005).
Es muß schon eine besondere CD sein, wenn man sich, statt faul in der
Sonne zu dösen, im Urlaub lieber an die Tastatur setzt, um ein Review
zu schreiben... Doch, die Vorabwertung sei mir verziehen, Spacetime
Adventures, das nunmehr dritte Album von Thomas Gruberski,
weiß von Anfang an zu gefallen. Fulminant werden die Raumzeitabenteuer
mit hyper glide eröffnet und leiten über zu photonic
rainbow, einem etwas ruhigeren, aber nicht minder rhythmischen Track
und dem "Titelsong" spacetime adventures. Spätestens hier
kommt man ins Grübeln, woher man diesen Stil kennt - und Erinnerungen
an Jean Michel Jarre werden wach. Trotz dieser vordergründigen
Ähnlichkeit bewahrt sich Gruberski einen eigenen Stil:
Imposant-orchestrale Arrangements gepaart mit rhythmischem Beiwerk, eine
durchaus interessante und sehr gelungene Mischung.
Wer nun jedoch glaubt, schon alles gehört zu haben, wird vom zweiten Teil der CD mehr als angenehm überrascht. Geräuschhaftes vermischt mit Sequenzen baut subtile Spannungsbögen auf, welche entstehen und vergehen, um von anderen Klangeindrücken abgelöst zu werden, um sich in treibenden, rhythmischen Sequenzen zu entladen und schließlich mit 4dimensional dreams einen pompösen Abschluß zu finden. Auch hier offenbart sich abermals Gruberskis Vorliebe für eine eindrucksvolle Instrumentierung.
Was diese CD von der Masse heutiger EM-Produktionen wohltuend abhebt, ist vor allem die musikalische Vielfältigkeit und das kompositorische Handwerk, und so läßt dieses Album auch nach mehrfachem Durchhören keine Langeweile aufkommen.