Rezension
The Seskian Wars
Bereits 1998 entführte Tales, seines Zeichens auf der epische Ambient-Opern spezialisierte Märchenonkel der Elektronischen Musik und Verächter jeglicher digitaler Geräte, seine Hörer mit seinen Interstellar Memories in die Weiten ferner Galaxien. Die musikalisch erzählten Erinnerungen wurden im Booklet ergänzt um einen kleinen Text im Stile eines Weltraummärchens.
Nun entpuppt sich diese CD als erster Teil der Interstellar Triology - und
mit The Seskian Wars liegt nun der zweite Teil vor.
Teil 3, The Battle for Lysendraa ist für 2005
angekündigt.
Wieder gibt es im Booklet einen kurzen SciFi-Text, der erläutert, was es
denn mit diesen Kriegen, um die es hier gehen soll, auf sich hat. Auch graphisch
ist eine Schlacht dieses Krieges im Booklet illustriert. Dies alles ist sehr
liebevoll gemacht, das verdient Respekt.
Wer jetzt allerdings mit aufgrund des Titels Getöse, Schlachtenlärm, Hektik, Action, pathetische Hymnen oder dergleichen erwartet, liegt vollkommen daneben. Die CD erzählt mehr die Vorgeschichte zu diesen Kriegen in weniger dramatischen Klägen. Tales konzentriert sich in zunehmendem Maße auf sehr gemächliche, ruhige, schwerfällige Titel, die oft mehr aus vielen kleinen Effekten denn aus zusammenhängenden musikalischen Strukturen bestehen. Das ist handwerklich durchaus solide gemacht, aber irgendwie hat man das alles auch von ihm schonmal gehört. Die Experimentierfreude der frühen CDs, auf denen es zur Not auch mal laut und ein wenig schräg zugehen durfte, ist völlig verloren. Man muß wohl schon eingefleischter Ambient-Fan sein um bei dieser Musik nicht sanft in das Reich der Träume abzugleiten.
Wer die Interstellar Memories mochte, dem mag The Seskian Wars vielleicht auch gefallen. Ich konnte mich mit beiden Scheiben nicht recht anfreunden.